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Klimaschutz mit Muskelkraft statt Maschinen- Artikel der WAZ

HOF BERGMANN

Klimaschutz mit Muskelkraft statt Maschinen

Cordula Rode

Bewohner und Helfer auf dem Hof Bergmann präsentieren die Regenwasserauffang- und Nutzungsanlage.
Bewohner und Helfer auf dem Hof Bergmann präsentieren die Regenwasserauffang- und Nutzungsanlage.

Foto: Foto: Vladimir Wegener

LAER.  Bewohner und Sympathisanten des Hofes Bergmann setzen Muskelkraft ein, um eine Wasseraufbereitungsanlage zu bauen.

Bei 30 Grad im Schatten zum Spaten zu greifen, erscheint nicht jedem als das perfekte Programm fürs Wochenende. Auf dem Hof Bergmann sieht man das anders – denn die Menschen, die hier heute schuften, erfüllen sich damit einen langgehegten Wunsch. Die Bewohner des Hofes, eine siebenköpfige WG, bewirtschaften das riesige Grundstück mit den malerischen Fachwerkgebäuden seit mehr als sechs Jahren.

Als Lebens- und Arbeitsgemeinschaft verfolgen sie das Ziel, den Alltag nachhaltig zu gestalten – ökologisch, ökonomisch und sozial. Als im vorigen Jahr der Regionalverband Ruhr die „Klima Challenge Ruhr“ ins Leben rief, deren Ziel es war, „grüne“ Projekte umzusetzen, sah die WG ihre Chance: Schon lange wollten die Bewohner eine Wasseraufbereitungsanlage bauen, um den Hof mit dem riesigen Garten preiswerter und vor allem umweltfreundlicher mit Regenwasser versorgen zu können.

Freunde als Unterstützer

„Alle unsere Freunde und Unterstützer haben sich ins Zeug gelegt“, erzählt Sinja Strunz, die seit der Gründung des Hofprojektes dabei ist. In einer Art Online-Spiel konnten die registrierten Teilnehmer Beispiele posten, wie sie selbst ihren Alltag nachhaltiger gestalten. Und am Ende klappte es: Das Projekt erhielt die volle Fördersumme von rund 8000 Euro.

Und jetzt stehen die drei gigantischen Wassertanks im Garten und müssen in die Erde. Ein Bagger? „Eigentlich war das so geplant“, lacht Sinja Strunz, „aber irgendwie fanden wir, dass ein Bagger nicht viel mit Nachhaltigkeit zu tun hat“. Die Lösung: Handarbeit mit Spaten und Schubkarre.

Und so rief man zum „Superhoftag“ – und viele Unterstützer kamen. Jakob Wefers (34) und Maren Boden (30) sind zwei von ihnen. Während ihre Beagles Emmi und Oskar gemütlich im Schatten liegen, packen sie mit an. „Naturschutz hat für uns einen hohen Stellenwert“, so Jakob Wefers. „Und solche nachhaltigen Projekte sind selten im Ruhrgebiet.“

„Wir säen Ideen!“

Helfer David Gelbhardt gehört schon fast zur Familie. Seit Jahren ist der Biologiestudent immer wieder mit dabei, wenn Hilfe gebraucht wird. „Der Hof Bergmann ist nahezu einzigartig in NRW“, weiß der 34-Jährige. „Eine solche Artenvielfalt wie hier auf diesem Gelände gibt es sonst nicht – schon gar nicht mitten in der Stadt.“ Hofbewohner Mitch bringt es auf den Punkt: „Wir säen Ideen. Und unsere Freunde und Unterstützer gießen sie.“ In Zukunft mit nachhaltigem Regenwasser.

 

In­itia­ti­ve ret­tet Le­bens­mit­tel

Zu den Un­ter­stüt­zern des Hofesge­hört seit ei­ni­ger Zeit die Bo­chu­mer Grup­pe der bun­des­wei­ten In­itia­ti­ve „food­sha­ring“.

Diese In­itia­ti­ve „ret­tet“ über­pro­du­zier­te Le­bens­mit­tel in pri­va­ten Haus­hal­ten sowie von klei­nen und gro­ßen Be­trie­ben und stellt sie der All­ge­mein­heit zur Ver­fü­gung.

In­for­ma­tio­nen: www.​foodsharing.​de

 

Link: https://www.waz.de/staedte/bochum/bochum-ost/klimaschutz-mit-muskelkraft-statt-maschinen-id225903965.html?utm_source=WhatsApp&utm_medium=Social&utm_campaign=share&__pwh=122aS9GbQ292AImYfdpraQ%3D%3D

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